Bürgerbrief

Veröffentlicht am 16.04.2020 in Ortsverein

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

vielfach liest und hört man nun aus verschiedenen Stellen, wie dankbar man den vielen Menschen in den systemrelevanten Berufen ist. Diese riskieren vor allem in Zeiten der Corona Pandemie viel, um das Leben am Laufen zu halten. An vielen Stellen werden für diese Menschen Kirchenglocken geläutet und für ihre Arbeit applaudiert. Aus persönlicher Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass diese Geste auch sehr geschätzt wird.

Es wird dazu aufgerufen, „nett und großzügig“ zu sein und bei der Bezahlung und Mindestlohn an sie zu denken. Dieses sollte aber nicht nur in Zeiten einer Krise geschehen, sondern in Hinsicht auf die geleistete Arbeit eine Selbstverständlichkeit sein.

Leider wird im Laufe der Krise vergessen, dass die vielen Menschen, die diese Arbeit im Haupt- oder Ehrenamt ausführen, dies bereits stellenweise seit vielen Jahren leisten. Im Laufe der Zeit mussten diese Menschen mitansehen, wie sowohl der Respekt und die Anerkennung, wie auch die Arbeitsbedingungen sich stetig verschlechterten. Überstunden und Wochenarbeitsstunden weit über einen annehmbaren Rahmen sind nicht erst seit Corona eine Normalität. Belastungen z.B. in der Pflege, dem Gesundheitssystem oder der öffentlichen Sicherheit sind schon seit vielen Jahren an der Tagesordnung. Unbemerkt häufen viele Landes - oder Bundesbeamte in ihrer Dienstzeit schier Unmengen an Überstunden an, ohne diese tatsächlich jemals komplett abbauen zu können. Pflegekräfte und Krankenhauspersonal wussten auch schon vor dieser Pandemie nicht wie man mit so wenig Personal und Zeit die Patienten menschenwürdig versorgen soll. Von Paketboten wird schon seit Jahren gefordert unter enormen Zeitdruck zu arbeiten. Die Arbeitskräfte z.B. des Einzelhandels und des Frisörhandwerks arbeiten schon seit jeher für ein Gehalt, das nur schwer die Versorgung einer Familie sicherstellt. Und trotz dieser Schwierigkeiten, stehen diese Personen immer wieder auf und zeigen mit Kraft, Verstand und vor allem viel Herz, dass Freundlichkeit und Mitgefühl die Grundpfeiler unseres Zusammenlebens sind.

Die Menschen, die Tag für Tag ohne Danke und Applaus ihre Arbeit machen, haben mehr verdient als ein kurzes läuten und klatschen. 

Um diesen Menschen zu helfen und der sichtbaren Unterbesetzung in diesen Berufen entgegenzu- wirken, wird mehr nötig sein, als eine Solidarität im Wort.

 

Es muss nun etwas Handfestes geschehen, damit sichtbar wird, dass die Aufopferung der Menschen nicht umsonst ist.

 

Nun mögen sich viele von Ihnen fragen „Was kann ich tun und warum sollte dies ein kommunales Thema sein?“

 

Die Antwort ist eine Einfache:

Erheben Sie Ihre Stimme für diese Personen und zeigen Sie auch im kommunalen Leben, dass Sie diese Missstände nicht mehr tolerieren können. Denn nur viele Stimmen und Taten, die sich zu Einer vereinigen, können tatsächlich etwas ändern.

 

Bitte achten Sie in dieser schwierigen Zeit auf sich und Ihre Mitmenschen, und bleiben Sie gesund.

 

Ihr

Michael Moczulski

Hauptberuflicher Notfallsanitäter

Schriftführer des SPD-Ortsvereins Drolshagen

 

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